Aktuelles
Wuppertaler Appell an den "Runden
Tisch sexueller Kindesmissbrauch"
Das Dunkelfeld lichtet sich – und wer hilft
jetzt? Experten mahnen: „Männliche Opfer sexualisierter
Gewalt erhalten nicht die Hilfe, die notwendig ist!“
Im Zusammenhang mit den Enthüllungen von sexuellem Missbrauch
und Misshandlungen in kirchlichen und anderen Institutionen
warnen Experten vor einer qualitativ und quantitativ unzureichenden
Versorgung insbesondere der männlichen Opfer.
Anlässlich eines Fachforums von Experten aus Deutschland
und Österreich in Wuppertal werden Defizite in der Versorgung
sexuell missbrauchter Jungen beklagt: Es gibt im deutschsprachigen
Raum nur eine Handvoll spezialisierter Beratungsstellen für
männliche Opfer sexualisierter Gewalt. Diese Fachstellen
leiden unter chronischer Unterfinanzierung und können
den aktuell angestiegenen Hilfebedarf bei weitem nicht decken.
Bei den Opfern in den kirchlichen und anderen Heimen und Internaten
handelt es sich mehrheitlich um Jungen bzw. Männer. Auch
aktuell erleben Jungen tagtäglich sexualisierte Gewalt.
Deshalb sind geschlechtsspezifische Aspekte bei der Ausgestaltung
der Hilfs- und Beratungsangebote unbedingt zu berücksichtigen.
"Wir fürchten, dass betroffene Jungen und Männer
sich nicht trauen, Unterstützung in Anspruch zu nehmen,
oder wieder mutlos werden und im Dunkelfeld verschwinden,
wenn sie keine adäquaten Ansprechpartner für sich
und ihre Vertrauenspersonen finden. Deshalb müssen vorhandene
spezialisierte Angebote rasch ausgebaut werden", so Matthias
Nitsch von der Deutschen Gesellschaft für Prävention
und Intervention bei Kindesmisshandlung und -vernachlässigung
(DGfPI e.V.).
Die lange Fassung des Wuppertaler Appells finden sie hier
Bremer Landesbank
löst Versprechen der Zinswette ein - Schattenriss e.V.,
die Landesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe und das Bremer JungenBüro
freuen sich über die Spenden
Drei
Bremer Vereine dürfen sich über einen wahren Geldregen
freuen: Die Landesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe behinderter
Menschen Bremen (LAGS), das Bremer JungenBüro und Schattenriss
erhielten von der Bremer Landesbank eine Spende von insgesamt
mehr als 26.000 Euro. Die jüngsten Finanzspritzen stammen
aus der Zinswette der Bank, in deren Rahmen Kunden nicht nur
auf den Stand des 3-Monats- Euribors und des Euros zum US-Dollar
am letzten Handelstag 2010 tippten, sondern darüber hinaus
ihre Geldbörsen für die drei ausgewählten Institutionen
öffneten. Diese vielen Einzelspenden werden nun von der
Bremer Landesbank noch einmal verdoppelt.
„Die Spende freut uns natürlich riesig“,
sagt Rolf Tiemann vom Bremer JungenBüro, „das Geld
fließt direkt in unsere Arbeit mit Gewalt betroffenen
Jungen, zum Beispiel in die Präventionsarbeit gegen sexuellen
Missbrauch und in die Onlineberatung. Außerdem können
wir in diesem Jahr unsere Beratungskapazitäten ausweiten
und so die Wartezeiten für die Betroffenen und ihre Angehörigen
verkürzen.“
Bildunterschrift: Die beiden Vorstandsmitglieder der Bremer
Landesbank, Dr. Guido Brune (3.v.l.) und Eckhard Fiene (2.v.r.)
überreichten den Spendenempfängern der diesjährigen
Zinswette Bremen die Spenden der Bank: (v.l.) Erik Roßbander
(Schirmherr von Schattenriss), Jutta Wolters (Schattenriss),
Dieter Stegmann (Landesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe behinderter
Menschen) und Rolf Tiemann (Bremer JungenBüro). Foto:
Bremer Landesbank
Fachtag Jungenarbeit
Sexualisierte Übergriffe und Grenzverletzungen gegenüber
Jungen – Prävention und Schutz von Opfern in der
Jungenarbeit und in der Arbeit mit Jungen
Donnerstag 27.5.2010 10.45 Uhr bis ca.ca.16.30Uhr
LidiceHaus, Jugendbildungsstätte Bremen
Weitere Information und Anmeldung: hier
Neue
Onlineberatung für Jungen gestartet
Am 19.02.2010 startete das Bremer JungenBüro offiziell
seine neue Onlineberatung für Jungen die Gewalt erleben.
Unter www.jungenberatung-bremen.de können sich Jungen
über Gewalt informieren oder kostenlos und anonym beraten
lassen. Nur einen Namen und ein Passwort ausdenken (und merken)
und schon kann es los gehen. Weitere Angaben werden nicht
erfragt. Die Fragen und Antworten kann dann nur der Junge
selbst lesen.
Bei der Eröffnung überreichte Christian Kipper,
Geschäftsführer der ARD-Fernsehlotterie „Ein
Platz an der Sonne“ (rechts), als Hauptsponsor der Onlineberatung
einen symbolischen Check an Herbert Holakovsky vom Amt für
Soziale Dienste (mitte) und Rolf Tiemann vom Bremer JungenBüro
(links).
Gefördert von der ARD Fernsehlotterie 'Ein
Platz an der Sonne'
Selbstbehauptungskurse
2010
Die neuen Termine für die Selbstbehauptungskurse
des Bremer JungenBüros stehen fest. Termine und weitere
Informationen finden sie wie üblich in unserem Faltblatt:
Selbstbehauptungskurse
2010
Auch 2010 planen wir in Kooperation mit dem Bremer LidiceHaus
wieder eine Abenteuerfahrt für Jungen, nähere Informationen
erhalten sie telefonisch in den Sprechzeiten.
Das
Bremer JungenBüro präsentierte: „Ich
werde es sagen“
Am 16.11.2009 gastierte
die theaterpädagogische
werkstatt Osnabrück mit dem Solo-Stück "Ich
werde es sagen" - Ein Stück mit Musik über
Mut zur Wahrheit auf Einladung des Bremer JungenBüros
in der bremer shakespeare company. Das Stück, nach einem
Buch von Kristian Ditlev Jansen, handelt von einem Mann, der
von 9 bis 12 Jahren sexualisierte Gewalt erlebt hat. Für
die Bühne eingerichtet von Jens Pallas und mit beeindruckender
Intensität gespielt von Reinhard Gesse, war dieses Stück
zum ersten Mal in Bremen zu sehen. Das Angebot, im Anschluss
an die Aufführung mit dem Schauspieler und einem Mitarbeiter
unserer Beratungsstelle über das Thema und das Stück
zu reden, wurde rege in Anspruch genommen.
Neue Veröffentlichung
des Bremer JungenBüros erschienen
Erkan Altun, Volker Mörchen, Rolf Tiemann, Daniel
Tscholl: "Ich habe hier ein Opfer für Sie,
jedenfalls benimmt er sich so." Erfahrungen aus der Praxis
einer Beratungsstelle für Jungen die Gewalt erleben;
in: deutsche jugend - Zeitschrift für die Jugendarbeit,
57 Jg., H. 6, Juni 2009, S. 249 - 258
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